Grundmatts im Schach: So setzen Sie mit zwei Türmen, Dame und Turm matt
Hat Ihr Gegner nur noch den König, ist die Partie noch nicht gewonnen: Wer nicht mattsetzen kann, landet womöglich durch Patt oder die 50-Züge-Regel im Remis. Dieser Leitfaden erklärt Schritt für Schritt die drei Grundmatts, die jeder Spieler kennen sollte: mit zwei Türmen, mit Dame und König sowie mit Turm und König.
Kurz gesagt
- Bei allen drei Grundmatts ist das Ziel dasselbe: den gegnerischen König an den Brettrand drängen und dort mattsetzen.
- Das Matt mit zwei Türmen gelingt ohne Hilfe des eigenen Königs wie auf einer Treppe und ist das einfachste.
- Dame und König setzen aus jeder Ausgangsstellung in höchstens 10 Zügen matt, Turm und König in höchstens 16 Zügen.
- Die größte Gefahr ist das Patt: Hat der gegnerische König keinen legalen Zug mehr, steht aber nicht im Schach, endet die Partie remis.
Warum sind Grundmatts wichtig?
Im Endspiel reicht es nicht, Material zu gewinnen; den Vorteil muss man auch in ein Matt verwandeln. Nach den FIDE-Schachregeln ist die Partie patt und sofort remis, wenn der Spieler am Zug keinen legalen Zug hat und sein König nicht im Schach steht. Außerdem kann ein Spieler Remis beanspruchen, wenn in den letzten 50 Zügen beider Seiten kein Bauer gezogen und keine Figur geschlagen wurde. Wer die Grundmatts nicht beherrscht, kann also gewonnene Partien ins Remis verschenken.
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Wie setzt man mit zwei Türmen matt?
Zwei Türme können mattsetzen, ohne dass Ihr König überhaupt helfen muss. Die Methode funktioniert wie eine Treppe: Ein Turm schneidet den gegnerischen König entlang einer Reihe (oder Linie) ab, der andere gibt von der nächsten Reihe aus Schach. Der König muss eine Reihe zurückweichen. Dann zieht der hintere Turm nach vorn und gibt von der neuen Reihe aus Schach. Abwechselnd vorrückend treiben die Türme den König an den Rand; beim Schach auf der letzten Reihe bleibt ihm kein Fluchtfeld mehr.
Achten Sie nur darauf, dass die Türme nicht zu nah am gegnerischen König stehen. Nähert sich der König einem Turm, ziehen Sie den Turm weit weg ans andere Ende des Bretts und setzen die Treppe von dort fort.

Wie setzt man mit Dame und König matt?
Die Dame allein kann nicht mattsetzen; sie braucht die Hilfe Ihres Königs. Die Methode hat zwei Phasen:
- Den Kasten verkleinern. Stellen Sie Ihre Dame einen Springerzug vom gegnerischen König entfernt auf. Wohin der König auch zieht, folgen Sie ihm so, dass dieses Verhältnis zur Dame erhalten bleibt. Der Bewegungsraum des Königs wird mit jedem Zug kleiner, bis er am Rand eingeklemmt ist.
- Den König heranführen und mattsetzen. Während der gegnerische König am Rand zwischen zwei Feldern hin- und herpendelt, führen Sie Ihren eigenen König heran. Sobald Ihr König die Dame decken kann, setzen Sie mit einem Damenschach vor oder neben dem gegnerischen König matt.
Hier droht das Patt am häufigsten. Ist der gegnerische König in der Ecke oder am Rand eingeklemmt, kann ihm ein Damenzug ohne Schach sämtliche Felder nehmen. Prüfen Sie vor jedem Zug, ob der gegnerische König noch mindestens ein Fluchtfeld hat. Richtig gespielt setzen Dame und König aus jeder Ausgangsstellung in höchstens 10 Zügen matt.
Wie setzt man mit Turm und König matt?
Das Turmmatt dauert länger, weil der Turm weniger Felder kontrolliert als die Dame. Die Idee ist aber dieselbe: den Kasten verkleinern.
- Schneiden Sie mit dem Turm den Bereich des gegnerischen Königs durch eine Linie ab und sperren Sie ihn so in einen Teil des Bretts ein.
- Führen Sie Ihren König an den gegnerischen König heran. Stehen sich die Könige in Opposition gegenüber (auf derselben Reihe, mit einem Feld dazwischen), geben Sie mit dem Turm Schach. Der gegnerische König muss eine Reihe zurückweichen, und der Turm schneidet nun diese Reihe ab.
- Wiederholen Sie diese Schritte, bis der König am Rand steht. Ein Turmschach am Rand bei Opposition der Könige ist matt.
Greift der gegnerische König den Turm an, ziehen Sie den Turm auf derselben Linie auf ein weit entferntes Feld; geben Sie die Linie nicht auf. Manchmal braucht es einen einzelnen Wartezug mit dem Turm, um dem Gegner die Opposition der Könige aufzuzwingen. Turm und König setzen aus jeder Ausgangsstellung in höchstens 16 Zügen matt – weit unter der Grenze von 50 Zügen.
| Matt | Hilfe des Königs | Höchstens Züge | Grundidee |
|---|---|---|---|
| Zwei Türme | Nicht nötig | Kurz | Treppe: Die Türme geben abwechselnd Schach |
| Dame und König | Nötig | 10 | Kasten aus Springerzug-Abstand verkleinern, auf Patt achten |
| Turm und König | Nötig | 16 | Mit einer Linie einsperren, bei Opposition der Könige die Linie vorrücken |
| Höchstens Züge: wenn die mattsetzende Seite am Zug ist und beide Seiten bestmöglich spielen. Quelle: Fine und Benko, Basic Chess Endings (über den Wikipedia-Artikel „Checkmate“). | |||
Häufig gestellte Fragen
Kann man nur mit König und Dame mattsetzen?
Ja. Dame und König können gegen den blanken König aus jeder Stellung in höchstens 10 Zügen mattsetzen.
Was ist ein Patt?
Hat der Spieler am Zug keinen legalen Zug und steht sein König nicht im Schach, ist die Partie patt und endet remis.
Wie viele Züge dauert das Turmmatt?
Richtig gespielt höchstens 16 Züge aus jeder Ausgangsstellung.
Was ist die 50-Züge-Regel?
Wurde in den letzten 50 Zügen beider Seiten kein Bauer gezogen und keine Figur geschlagen, kann ein Spieler Remis beanspruchen.
Quellen
- GAMEAREA — Satranç Oyna Offizielle Quelle
- FIDE — FIDE Laws of Chess Offizielle Quelle
- Wikipedia — Checkmate
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